05.10.2009
Presonus Faderport
Getestet unter Cubase 4

Es war beinahe eine Kurzschlussreaktion, dass ich mir nach einer durchgearbeiteten Nacht bei uns im Studio einen Presonus Faderport gekauft habe - es sollte sich aber schon kurz später herausstellen, dass sich die Investition gelohnt hatte...
Früh um 10.00 Uhr bin ich in ein Musikgeschäft meines Vertrauens gegangen - seit beinahe 24 Stunden nichts geschlafen - und habe mir den DAW-Controller gekauft. Wieder zu Hause angekommen bin ich dann erstmal ins Bett gefallen. Als ich ausgeschlafen hatte nahm ich meine neue Errungenschaft gründlich unter die Lupe.
Schon beim auspacken konnte ich mich mit dem kleinen Gerät anfreunden. Nicht größer als nötig, aber groß genug, dass alle Tasten bequem Platz haben und schön zu bedienen sind liegt der Presonus Faderport in meiner Hand. Die Verarbeitung macht einen sehr ordentlichen und robusten Eindruck.
Nun gilt es die Treiber zu installieren und den Controller per USB an meinen Computer anzuschließen. Sowohl an meinem Macbook, als auch an meinem PC unter Windows XP geht das problemlos und schnell. Cubase starten, Midi-Controller auswählen und alles funktioniert wie am Schnürchen! Super!
Unter Cubase 4 bedarf es tatsächlich erstmal keiner Einstellungen mehr! Alle Tasten tun sofort das, was sie sollen. Das selbe gilt für den motorisierten Fader. Nach einiger Zeit des Arbeitens ist es dann aber doch schön, dass die Tastenbelegungen nachträglich noch geändert werden können. So lege ich mir z.B. auf die Tatenkombination "Shift + Mix" den Control-Room-Mixer. Und noch ein paar andere Funktionen konfiguriere ich mir neu. Nach etwas Feinschliff ist alles genau so, wie ich mir das vorstelle.
Jetzt wird es allmählich Zeit richtig mit dem Controller zu arbeiten - und siehe da, es macht auf Anhieb Spaß :-) Der Motorfader lässt sich schön bewegen und gleitet angenehm gleichmäßig. Der Pure Luxus ist er zwar nicht, aber mehr kann man in dieser Preisklasse in keinem Fall erwarten! Die Drucktasten sind für mein Gefühl einen Tick zu schwergängig, bestätigen eine Betätigung dafür mit einem eindeutigen "Klick". Schön ist außerdem die entsprechende farbige Hinterleuchtung der Tasten, wenn die jeweilige Funktion aktiviert ist. Der Panoramadrehregler ist gerastert und läuft angenehm. Will man allerdings mal eben von hart links auf hart rechts pannen, ist man schon eine Weile beschäftigt. Da geht es dann vielleicht doch mit der Maus schneller.
Da ich bisher nicht mit Controllern gearbeitet habe, fällt mir sofort positiv auf, dass die Transport-Tasten natürlich auch dann funktionieren, wenn Cubase im Hintergrund ist. Wie oft habe ich schon auf der Leertaste herumgehämmert um die Wiedergabe zu stoppen und habe nicht gemerkt, dass irgendwo auf dem vierten TFT Totalmix oder eine andere Anwendung im Vordergrund ist und die Leertaste sich also nicht für Cubase zuständig fühlt.
Damit ist es nun ein für alle mal vorbei!
Die Lautstärke einzelner Spuren zu automatisieren macht richtig Spaß. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist dabei nur, dass man den Finger richtig auf den Fader legen muss, damit er erkannt wird. Ein bisschen mit dem kleinen Finger an stupsen geht leider nicht. Auch beim Wiedergeben der Automation fährt der Fader recht leise und v.a. auch schnell mit. Ist er dann trotzdem mal zu laut, genügt ein Druck auf den "Off" Button und der Motorfader ist deaktiviert.
Leider funktioniert der Fader unter Cubase ausschließlich für die Lautstärke-Automation. Das scheint aber in den meisten anderen Sequenzern genauso zu sein. Auch ein bisschen unangenehm ist, dass die Funktionstasten "Read" und "Write" etwa eine Sekunde Verzögerung haben.
Hier übrigens ein grundsätzlicher Hinweis an den mit Controllern unerfahrenen User: Man vergisst nur allzugerne nach einer Automation den "Write" Button wieder zu deaktivieren (zumindest ist das mir regelmäßig passiert), was zu unschönen Ergebnissen führen kann. Cubase schreibt dann nämlich jede Veränderung eines Parameters in dem Kanal (angefangen bei EQ-Einstellungen und Panorama, bis hin zu allen Insert- und Send-PlugIns) brav mit. Da gibt es dann nachher einiges rückgängig zu machen...
Inzwischen arbeite ich schon ca. ein halbes Jahr mit dem Presonus Faderport und habe es noch keinen Tag bereut ihn gekauft zu haben. Für 138,- Euro war er ein echtes Schnäppchen, wie es kein vergleichbares in diesem Bereich gibt! Inzwischen haben auch immer wieder Freunde von mir mit dem Controller gearbeitet und ihn immer sofort in ihr Herz geschlossen!
Hier gibt es also eine beinahe kompromisslose Empfehlung :-)
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